16. Juni 2005
Leseansicht
Regisseur Christopher Nolan, Schauspieler Michael Caine und Schauspieler Morgan Freeman über den Film "Batman Begins"

© Warner Bros. Entertainment GmbH
"So etwas, wie das Batmobil fahren zu dürfen, das erlebt man nur einmal im Leben."
Voriges Zitat""
Voriges Zitat""
Beim Userview stellt ihr die Fragen. Wir kündigen euch einen Interview-Partner an - und dann seid ihr dran: Im Formular könnt ihre eure Fragen stellen (ohne Registrierung möglich) und die Fragen anderer Leser bewerten (erfordert Registrierung). Die besten 10 Fragen werden von uns im Interview gestellt und die beste Frage mit einem Preis honoriert. Das geführte Interview erscheint wenige Tage später exklusiv auf Planet Interview.
Wir behalten uns vor, beleidigende, rassistische oder sonstwie menschenverachtende Fragen kommentarlos zu löschen. Doppelte Fragen werden ebenfalls gelöscht.
Mr. Bale, wie war es, als Sie das erste Mal den Batman-Anzug angezogen haben?
Christian Bale: Das hat mir eigentlich das bestätigt, was ich schon immer geglaubt hatte: es ist für einen Menschen sehr komisch, zu den Fledermäusen zu gehören, nachts herumzulaufen und Kriminelle einzuschüchtern. Wir wollten das aber so realistisch wie möglich zeigen. Bruce Wayne macht also eine psychologische Entwicklung durch, damit man das ernst nehmen kann. Er ist nicht nur ein Mann im Fledermauskostüm, sondern dass er verwandelt sich komplett, wenn er diesen Anzug anlegt.
Ich mochte es zum Beispiel, dass er im Film als die "Kreatur" bezeichnet wird. So hat sich das für mich auch angefühlt. Wenn ich den Anzug ausgezogen habe, fühlte ich mich wie ein Dummkopf, nur so rumzustehen und normal zu reden. Mit dem Anzug dagegen fühlte ich sehr mächtig, bedrohlich und auch bizarr. Ich habe Batman eben wie eine Kreatur behandelt habe.
Man liest, dass Sie eigentlich gar kein Comic-Fan sind. Wie haben Sie sich dann der Batman-Reihe angenähert?
Christian Bale: Mich haben Comic-Bücher wirklich nie interessiert, auch Comic-Serien im Fernsehen haben mich nie beeindruckt. Deshalb habe ich auch nie geglaubt, dass Batman mal eine Rolle sein könnte, die ich spielen würde. Aber dann hat mich ein Regisseur, mit dem ich gearbeitet habe, überzeugt, den Comic "Arkham Asylum" zu lesen. Das hat mich fasziniert, weshalb ich dann noch viele andere "Graphic Novels" gelesen habe. Ich mochte früher als Kind sehr die griechische Mythologie. Und irgendwann begann ich die Comic-Figuren als Mythen-Figuren unserer Zeit zu sehen. Batman ist ja nicht nur so ein zweidimensionaler Superheld sondern er hat auch diese dunkle, furchterregende Seite. Und ihn genau so zu portraitieren, das hat mich interessiert.
Was für ein Gefühl war es, das extravagante Batmobil zu fahren?
Christian Bale: Das ist ein super leistungsstarkes Auto, welches auch noch bizarr und monströs aussah. Der Sound da drin hat dich verrückt gemacht, und man wurde immer manischer, je mehr man damit gefahren ist. So etwas, wie das Batmobil fahren zu dürfen, das erlebt man nur einmal im Leben.
Mr. Caine, Sie spielen in "Batman Begins" Bruce Waynes humorvollen Butler Alfred. Wie wichtig war der Humor angesichts der dunklen Seite des Batman?
Michael Caine: Ich habe einen großen Teil des Humors im Film, nicht weil ich lustig oder ulkig bin, sondern weil ich sozusagen die Leute im Kinopublikum repräsentiere, unter all diesen seltsamen und bizarren Leuten. Und ich stelle die Fragen, die die Kinozuschauer gestellt hätten, wenn sie wirklich jemanden treffen, der in einem Fledermausanzug die Hochhäuser hochklettert. Ich stelle für den Zuschauer den Kontakt zu dieser bizarren Welt her.
Mr. Nolan, wie schwierig ist es, ein "Prequel" zu drehen, wo man also die Geschichte vor der eigentlichen Geschichte erzählen muss? Und wie muss das Setdesign dem Rechnung tragen?
Christopher Nolan: Ich sehe "Batman Begins" nicht als ein Prequel. Und im Design des Films gibt es nichts, was sich auf die anderen "Batman"-Filme bezieht. Es ist auch kein Retro-Design, nur weil der Film zeitlich vor den anderen Filmen spielt. Das ist vielleicht bei den "Star Wars"-Filmen der Fall.
Ich sehe diesen Film jedenfalls vollkommen separat von den anderen Teilen. Wir erzählen eine Geschichte, die so noch nie vorher auf der Leinwand erzählt wurde. Und auch in den Batman-Comics gibt es keine so konkrete Geschichte über den Ursprung von Batman.
Bruce Wayne hat in seiner Kindheit große Angst vor Fledermäusen - welche Ängste hatten Sie in Ihrer Kindheit, und haben Sie diese bis heute überwunden?
Christian Bale: Ich kann mich an keine bestimmte Angst erinnern. Es war bei mir eher das Gegenteil: Gruselfilme waren meine Lieblingsfilme und ich hatte immer Spaß daran, mich in bestimmte furchterregende Situationen zu begeben. Ich bin gerne in der Dunkelheit spazieren gegangen, durch den Wald - solche Dinge haben mir mehr Spaß gemacht, als dass ich Angst gehabt hätte.
Morgan Freeman: Bis ich fünf Jahre alt war hatte ich große Angst vor dem Wetter, vor den Gewittern. Ich bin im Mississippi-Delta aufgewachsen, wo die Gewitter immer besonders dramatisch waren. Ich habe diese Angst aber mit fünf überwunden, als ich einmal bei einem Unwetter alleine nach Hause gehen musste - und nicht gestorben bin.
Katie Holmes: Ich hatte eigentlich nie etwas, weshalb ich nachts nicht einschlafen konnte oder so. Aber ich hatte immer Angst vor Schildkröten.
Michael Caine: Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und im Schlafzimmer gab es bei uns Mäuse in der Wand. Und mitten in der Nacht habe ich es immer Kratzen gehört. Aber ich wusste anfangs nicht, dass da Mäuse in der Mauer waren, das war schon gruselig. Aber eines Tages - es gab in dem Haus auch keine Elektrizität - habe ich in der Nacht eine Kerze angemacht. Und da entdeckte ich eine winzige Maus, die zu mir hochguckte. Und seitdem hatte ich nie mehr Angst vor dem Geräusch in der Mauer. Ich konnte die Maus auch nicht töten, dafür sah sie zu unschuldig aus. Sie sah auch nicht so aus, als wenn sie jemals wieder ein Geräusch in der Mauer machen würde.
Online-Version: http://www.planet-interview.de/index.php?id=720 | © planet-interview.de | Foto: Warner Bros. Entertainment GmbH
» So unwahrscheinlich ist es nicht, dass irgendwann eine Aufstandswelle durch unser Land schwappt.«
Welt Online 01.04.
Berliner Zeitung 31.03.
Der Tagesspiegel 31.03.
jetzt.de 29.03.
Die Zeit 29.03.
Sinéad O'Connor im Interview über ihr Album "How About I Be Me (And You Be You)" und den Arabischen Frühling VÖ: 05. April 2012
Eckart von Hirschhausen spricht über Liebesbeweise, Romantik, Sex, die Ehe und natürlich: das Glück. VÖ: April 2012
Der Graf von Unheilig über Auftritte in Hospizen, Argwohn gegenüber Literatur, sein Live-Verständnis und warum er fast alle Casting-Shows ablehnt VÖ: April 2012
Sönke Wortmann über seinen Film „Das Hochzeitsvideo“, Youtube-Ästhetik und warum er seine Filme nicht kostenlos im Internet sehen möchte
Mieze von Mia. über das Berliner Kunsthaus "Tacheles", das gleichnamige Album, Gentrifizierung, politische Aussagen und Indie-Attitüde
Athina Rachel Tsangari über ihren Film "Attenberg", tierische Körpersprache, Verzicht auf Emotionen und griechischen Kulturexport in Zeiten der Krise