Der italienische Regierungschef und Medien-Nimmersatt Silvio Berlusconi macht auch vor Sport-Sendungen nicht Halt, um andere Politiker zu verunglimpfen.
Silvio Berlusconi kontrolliert bzw. verfügt nicht nur über den Großteil der italienischen Fernsehsender, er ist auch Präsident des Fussball-Clubs AC Mailand. Aus diesem Grund wurde Berlusconi am 22.02. vom staatlichen Fernsehsender RAI II in der abendlichen Sportschau telefonisch zu seinem Verein befragt. Doch nachdem er sportliche Anweisungen an Spieler und Trainer vergeben hatte, ging er flux über zur Wahlkampfmache und machte spöttische Bemerkungen über Romano Prodi, auch in Anbetracht der Europawahlen im Juni 2004. Dies ging der Präsidentin der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI, Lucia Annunziata, eindeutig zu weit. Sie griff zum Telefonhörer und schaltete sich direkt in die laufende Sendung ein: "Berlusconi, lassen Sie die RAI in Ruhe!" rief sie und sagte später "Der Premierminister sollte lieber nicht Programme besetzen, die sich nicht mit Politik beschäftigen." Ein mutiger Angriff auf den mächtigsten Italiener - doch dieser hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelegt.
Autor: Jakob Buhre
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