Fragen zu stellen ist nicht jedermanns Sache. Irische Journalisten trauen es sich, US-amerikanische nicht immer.
US-Präsident Bush reiste zum Gipfeltreffen mit Vertretern der Europäischen Union nach Irland. Am 24. Juni wurde er vom irischen Fernsehen interviewt. Die irische Reporterin Carol Coleman wollte Bushs übliche von-der-Stange-Antworten nicht gelten lassen. Als Bush behauptete, die Welt sei offensichtlich nun, ohne Saddam Hussein, ein viel sicherer Ort, hakte Coleman nach: im Gegenteil, offensichtlich sei die Welt unsicherer, und es passierten mehr Terroranschläge. Unmissverständlich fügte sie hinzu: "Das sehen auch Sie, oder?"
Wegen der ungewohnt offensiven Interview-Führung fragte sich der US-Amerikaner "strong adrian" auf web.morons.org, warum "unsere Medien eigentlich solche Feiglinge sind, wenn es darum geht, die harten Fragen zu stellen." Der gesamte Artikel mit Leserkommentaren ist zu finden bei web.morons.org: The Interview that White House doesn't want you to see! (auf englisch). Das Video des Interviews befindet sich auf dem Server des irischen TV-Senders RTE (ab Position 20:40; RealPlayer erforderlich).
Autor: Stefan Lätzer
» Es muss in der SPD eine große Wertediskussion geben. Und eine Veränderung in dem „Wo kommst du her?“ und „Wo willste hin?“. (Klaus Hoffmann)«
Besondere Begebenheiten (57) Gute Fragen, Schlechte Fragen (7) Autorisierung & Co (10) Interview-Bücher (9) In eigener Sache (39)
Welt Online 01.04.
Berliner Zeitung 31.03.
Der Tagesspiegel 31.03.
jetzt.de 29.03.
Die Zeit 29.03.
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