TV-Moderatorin Nina Ruge ,Schauspieler Wolfgang Stumph ,Schauspieler Christian Oliver und Schauspielerin Marie-Luise Marjan über soziales Engagement und Wege zum Frieden

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Am 12.02.2007 versammelte sich zur Zeit der Berlinale 2007 im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt allerhand Prominenz zur Gala „Cinema for Peace“. Bei einem großen Dinner wurden Preise für außerordentliches gesellschaftliches Engagement vergeben, und natürlich wurde auch kräftig gespendet. Unter den Gästen waren unter anderem Sharon Stone und Richard Gere. Jakob Buhre und David Sarkar waren vor Ort und haben für euch ein paar kurze Statements von Moderatorin Nina Ruge und den Schauspielern Wolfgang Stumph, Christian Oliver und Marie-Luise Marjan eingeholt.

"Man tut gutes, aber man redet nicht darüber."
Voriges Zitat
"Ich glaube, jeder Mensch möchte eigentlich, wenn er mal ganz tief in sich hinein horcht, in Frieden leben."
Voriges Zitat"Man muss erst mal einen Frieden schaffen im kleinsten Kreise der Familie, mit Freunden und in der Partnerschaft."
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Wolfgang Stumph
Herr Stumph, was ist das Einfachste, was jeder Einzelne für Weltfrieden tun kann?
Stumph: Die Achtung jedes anderen Menschen, mit dem man zusammenkommt, im Privaten oder im Beruflichen. Einfach gutes Tun. Sensibel sein für die Sorgen, Nöte und auch für die Freuden anderer Menschen.
Wo haben Sie sich zuletzt engagiert?
Stumph: Man tut gutes, aber man redet nicht darüber. Deswegen werde ich Ihnen das auch nicht sagen. Aber was ich aus dem heutigen „Cinema for Peace“-Abend mitgenommen habe, ist die Aufforderung, sich parallel zu den Mächtigen im Juni zum G8-Gipfel an der Ostsee zu treffen, und dass die Mächtigen dieses „Cinema for Peace“ als „Macht for Peace“ übernehmen sollten.
Nun gibt es immer noch sehr wenig Filme, die uns zum Beispiel ein realistisches Bild von der Situation in Afrika zeigen...
Stumph: Ja, wir unterschätzen welche Aufgabe wir für Afrika haben und welche Bedeutung Afrika für die Situation in der ganzen Welt haben wird. Und da ist der Mandela-Film „Goodbye Bafana“, der auf der Berlinale gezeigt wird, eine emotionale und philosophische Vorgabe, darüber nachzudenken und mitzufühlen.
Gucken Sie lieber politische Filme oder Unterhaltungskino?
Stumph: Politische Filme. Als Kabarettist ist man als Mensch, als Künstler immer politisch orientiert. Und Satire und komödiantische Wiedergabe der Wirklichkeit ist auch sehr unterhaltend und Entertainment.
Nina Ruge
Frau Ruge, was ist das Einfachste, was jeder Einzelne für Weltfrieden tun kann?
Ruge: Im ganz Kleinen tolerant zu leben, sich auch mit Menschen, die man in seinem unmittelbaren Umfeld hat, immer gleich austauschen, immer Unstimmigkeiten ausräumen, so dass es keine große Verwerfungen gibt. Wenn man das im Kleinen trainiert, kann man es im Großen auch.
Wo haben Sie sich zuletzt engagiert?
Ruge: Ich engagiere mich seit zwölf Jahren für Unicef. Und Unicef tut wahnsinnig viel für den Frieden, weil Unicef den Mensch, vor allem den Mädchen in der ganzen Welt auch Bildung bringt. Und das ist der Friedensschaffer schlechthin.
Sie haben bereits Hunderte Prominente getroffen und interviewt – was reizt Sie an einer Veranstaltung wie „Cinema for Peace“?
Ruge: Ich bin heute das erste Mal privat hier. Ich habe einmal selbst hier moderiert aber sonst konnte ich nicht, weil ich jeden Tag Sendung hatte. Jetzt kann ich mit meiner besten Freundin an einem Tisch sitzen mit vielen Unicef-Mitarbeitern und anderen, und auch ein bisschen weiter für Unicef Werbung machen. Und es war in der Bandbreite der Emotionen ein gigantischer Abend.

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Christian Oliver
Christian, was ist das Einfachste, was jeder Einzelne für Weltfrieden tun kann?
Oliver: Heute Abend wurde man auf jeden Fall schon mal inspiriert, das ging in die richtige Richtung. Ich fand es sehr interessant, wie leidenschaftlich solche Superstars auf der Bühne alle am gleichen Strang ziehen. Das ist einfach ein schöner Ansatzpunkt. Als Sharon Stone bei der Versteigerung nicht mehr in Hunderter-, sondern in Tausender-Schritten weiterging – das war sehr beeindruckend und hat mich angespornt auch selber Initiative zu ergreifen.
Aber das muss natürlich nicht immer der Griff in die Brieftasche sein, Leute wie wir können da nicht immer so tief in die Tasche greifen. Das geht einfach mit Menschlichkeit los, das fängt bei uns zu Hause an.
Guckst du selbst lieber politische Filme oder Unterhaltungskino?
Oliver: Ich brauche auf jeden Fall beides. Eins gesunde Mischung würde ich sagen.
Marie-Luise Marjan
Frau Marjan, was ist das Einfachste, was jeder Einzelne für Weltfrieden tun kann?
Marjan; Das fängt in den eigenen vier Wänden an. Man muss erst mal einen Frieden schaffen im kleinsten Kreise der Familie, mit Freunden und in der Partnerschaft. Damit fängt Frieden an. Wenn alle Menschen in ihrem kleinsten Kreise anfangen Frieden zu schaffen und Frieden zu leben, dann ist auch auf der ganzen Welt der Zirkel so breit, das wirklich Frieden entstehen kann
Glauben Sie denn wirklich, dass irgendwann auf der ganzen Welt Frieden herrschen wird?
Marjan: Ich glaube, unter uns gesagt, es ist ein Traum! So lange wir die Entscheidungsträger dieser Welt, die Minister, die Regierungen, nicht überzeugen können, wirklich konsequent etwas für den Weltfrieden zu tun, kann es nur bei Absichten bleiben. Ich glaube, jeder Mensch möchte eigentlich, wenn er mal ganz tief in sich hinein horcht, in Frieden leben, aber er muss auch anfangen, den Wünschen Taten folgen zu lassen.
Bob Geldof hat in seiner Rede bei „Cinema for Peace“ die anwesenden deutschen Politiker, darunter Claudia Roth, Ulla Schmidt und Heidemarie Wieczorek-Zeul, deutlich ermahnt ihren Verpflichtungen und ihrer Verantwortung gegenüber der Welt endlich nachzukommen. Kann so eine Rede wirklich etwas bewegen?
Marjan: Wenn Sie meine ganz ehrliche Meinung hören wollen: Ich glaube nein! Diese Politiker haben ihre ganz eigene Vorstellung von Frieden und innerhalb ihres Umfeldes, ihrer Partei und ihrer Möglichkeiten möchten sie sicherlich auch für Frieden sorgen, aber trotz dieser scheinbaren Bemühung arbeiten so viele Regierungen und Politiker für den Krieg. Das ist eine große Diskrepanz, und ich bin bis heute noch nicht dahinter gekommen warum das so ist. Natürlich ist es schön, so eine Rede zu hören, aber Herr Geldorf ist Brite und sollte auch die britische Regierung um nachhaltige Unterstützung bitten, er sollte in seinem eigenen Land anfangen.
Ich engagiere mich seit 1990, also seit stolzen 17 Jahren für Unicef, habe schon viel bewirkt, und werde auch nicht müde werden, weiter für eine gerechte Welt zu kämpfen, aber letztlich ist es auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die letztendliche Verantwortung liegt in den Händen unserer Politiker.

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