Gefakte Interviews kennt man ja eigentlich nur aus dem Print-Bereich. Doch auch im Hörfunk scheint die Fälschung von Interviews nicht unmöglich, wie ein Fall aus Hamburg zeigt.
Bereits am 28. Februar 2007 hatte der Hamburger Radiosender Oldie 95 den dreiminütigen Beitrag „Deutschlands bestangezogene Männer" gesendet, über die Ergebnisse eines von einer Zeitschrift initiierten Wettbewerbs - so berichtet es die Medienanstalt Hamburg Schleswig Holstein (MA HSH) in einer Pressemitteilung vom 18.06.2007.
Im Beitrag enthalten war auch ein kurzes Interview mit dem Wettbewerbsgewinner in der Kategorie Politik. Sehr wahrscheinlich handelte es sich dabei um den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, der von der Zeitschrift Men's Health als "stylischster" (!) Politiker ausgezeichnet wurde.
Statt mit diesem ein Interview zu führen, entschied man sich, die aktuellen Fragen mit alten Antworten aus einem früheren Interview zusammenzuschneiden.
Dieses Vorgehen bewertete der Medienrat der MA HSH als "schweren Verstoß gegen journalistische Sorgfalts- und Wahrheitspflichten, der nicht hingenommen werden könne." Im Wiederholungsfall hat der Hamburger Privatsender mit Sanktionen zu rechnen (Oldie 95 hat sich inzwischen bei dem Fake-Interviewpartner entschuldigt).
Das gefakte Interview hätten wir nun natürlich selber gerne gehört und verlinkt, im Netz lässt es sich aber (bislang) nicht auffinden.
Autor: Jakob Buhre
» Wenn du über deine eigene Tochter singst, dann willst du das nicht in ein Megaphon brüllen.«
Besondere Begebenheiten (57) Gute Fragen, Schlechte Fragen (7) Autorisierung & Co (10) Interview-Bücher (9) In eigener Sache (39)
Welt Online 01.04.
Berliner Zeitung 31.03.
Der Tagesspiegel 31.03.
jetzt.de 29.03.
Die Zeit 29.03.
Sinéad O'Connor im Interview über ihr Album "How About I Be Me (And You Be You)" und den Arabischen Frühling VÖ: 05. April 2012
Eckart von Hirschhausen spricht über Liebesbeweise, Romantik, Sex, die Ehe und natürlich: das Glück. VÖ: April 2012
Der Graf von Unheilig über Auftritte in Hospizen, Argwohn gegenüber Literatur, sein Live-Verständnis und warum er fast alle Casting-Shows ablehnt VÖ: April 2012
Sönke Wortmann über seinen Film „Das Hochzeitsvideo“, Youtube-Ästhetik und warum er seine Filme nicht kostenlos im Internet sehen möchte
Mieze von Mia. über das Berliner Kunsthaus "Tacheles", das gleichnamige Album, Gentrifizierung, politische Aussagen und Indie-Attitüde
Athina Rachel Tsangari über ihren Film "Attenberg", tierische Körpersprache, Verzicht auf Emotionen und griechischen Kulturexport in Zeiten der Krise