28. Mai 2005
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Maxïmo Park von Maximo Park über verlorene Landschaften, verlorene Köpfe und das Gefühl der Verlorenheit an sich

© Warp Records / Rough Trade
Maxïmo Park gründeten sich 2003 in der nordenglischen Stadt Newcastle. Der Name der Band leitet sich vom Maximo Gomez Park ab, einem Treffpunkt kubanischer Revolutionäre in Havanna. 2005 erschien das Debütalbum "A Certain Trigger". Es folgten 2005 "Missing Songs" und 2007 "Our Earthly Pleasures". Das Interview entstand auf dem Immergut Festival 2005 in Neustrelitz. Auf die Fragen antworteten Paul Smith (Gesang) und Lukas Wooler (Keyboard).
"Manchmal fühlt man sich, als ob man einfach ziellos umhertreibt, total verloren."
Voriges Zitat""
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Beim Userview stellt ihr die Fragen. Wir kündigen euch einen Interview-Partner an - und dann seid ihr dran: Im Formular könnt ihre eure Fragen stellen (ohne Registrierung möglich) und die Fragen anderer Leser bewerten (erfordert Registrierung). Die besten 10 Fragen werden von uns im Interview gestellt und die beste Frage mit einem Preis honoriert. Das geführte Interview erscheint wenige Tage später exklusiv auf Planet Interview.
Wir behalten uns vor, beleidigende, rassistische oder sonstwie menschenverachtende Fragen kommentarlos zu löschen. Doppelte Fragen werden ebenfalls gelöscht.
Paul und Lukas, Ihr werdet groß gefeiert diesen Sommer, euer Tourplan ist knüppeldickevoll. Gerade kommt ihr vom Primavera Sound Festival in Barcelona in den mecklenburgischen Norden Deutschlands. Wird die Fahrerei auf Dauer nicht anstrengend?
Paul: Es ist anstrengend, wenn sich unser Tourbus bei Hitze in eine Sauna verwandelt. Aber man sieht sehr viel, wenn man quer durch Europa fährt. Die Landschaft ist sehr schön hier. Kleine Dörfer, Felder, Wald und so...
Lukas: Ja, es ist interessant zu sehen, wie sich die Landschaft verändert, wenn man so lange Strecken fährt. Das macht sich schon an kleinen Sachen bemerkbar wie zum Beispiel an der Form der Häuser oder der Farbe der Dachziegel.
Und das ganze Drumherum? Die Musikjournalisten stehen Schlange und quälen euch mit Interviews.
Paul: Ja, wir müssen jedes Mal erklären, wo unser Name herkommt. Es gibt so viele Standard-Fragen. Zum Beispiel auch, wie wir uns als Band zusammengefunden haben.
Lukas: Oder warum wir gerade bei Warp Records sind.
Paul: Ja, und ob wir die Musik der 80er mögen. Welche Bands aus den 80ern uns geprägt haben.
Ok, ich versuch mal was Neues zu fragen. Könnt ihr etwas über euren Bassisten Archis Tiku verraten? Er gibt schließlich keine Interviews.
Paul: Ja, er redet sehr wenig. Dafür schläft er sehr viel. Aber Archis ist wirklich ein feiner Kerl.
Lukas: Und außerdem ein ausgebildeter Mediziner. Er wäre allerdings der letzte Arzt auf Erden, zu dem ich freiwillig gehen würde. (lacht) Gut, dass er jetzt in der Band ist, sonst hätte das englische National Health System ein arges Problem.
Das Einzige, was ich über ihn erfahren konnte, war, dass er gerne guten Wodka trinkt. Aber den mögt ihr sicher alle, oder?
Paul: Ja, ich trinke kein Bier oder Lager oder so was. Gegen ein paar Wodkas habe ich nichts. Das geht dann manchmal so weit, dass ich Sachen verliere. Sogar meinen Kopf...
Was ist denn passiert in der besagten Nacht - "The night I lost my head"?
Paul: Ich habe mit einem Mädchen getanzt, aber zu viel getrunken. Deswegen bin ich überall sehr enthusiastisch rumgesprungen. Ich glaube, dass kam bei ihr nicht so gut an. Trotzdem gab sie mir ihre E-Mail-Adresse. Ich habe die ganze Nacht lang versucht, sie nicht zu vergessen. Am Ende hab ich es auch geschafft. Aber dieser Song spielt darauf an, dass es Situationen gibt, in denen man sich an solche Sachen eben nicht erinnert. Besonders nach Wodka... (lacht) In dieser bestimmten Nacht habe ich mir ihre E-Mail-Adresse zwar gemerkt, aber ich war ihr wohl zu betrunken. Es ist ein sehr humorvoller, wenn auch gleichzeitig etwas trauriger Song.
Da fällt mir noch eine Textpassage ein: "I am young and I am lost" aus "The coast is always changing." Fühlt ihr euch verloren?
Lukas: Ja, definitiv.
Paul: Ich habe keine Ahnung, was mir die Zukunft bringt. Und ich habe keine Ahnung, was ich über das Leben denken soll. Ich weiß es wirklich nicht. Warum sind wir hier? Es gibt nicht für alles Begründungen. Manchmal fühlt man sich, als ob man einfach ziellos umhertreibt, total verloren. Besonders wenn die Gefühle durcheinander geraten. Wenn du zum Beispiel mit einem Mädchen zusammen bist, und mit einem Mal weißt du nicht mehr, wie du zu ihr stehst, du bist dir nicht mehr sicher, was deine Gefühle bedeuten. Ich hoffe, dass ich, wenn ich älter werde, jemanden finde, mit dem das nicht passiert. (lacht)
Wenn du älter bist? Was hättest du dagegen, jetzt dieses Mädchen zu finden?
Paul: Wir sind gerade immerzu unterwegs - nie lange zu Hause, nur ein oder zwei Tage, wo du dann deine Freunde sehen willst. Da bleibt keine Zeit, um sich zu verlieben. Oh, jetzt werde ich romantisch. (lacht)

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Aber macht es euch noch Spaß zu touren?
Paul: Ja, es ist gut, was mir machen, es ist schön und sehr aufregend. Ich sehe viel mehr Sachen, die ich sonst nicht gesehen hätte. Und das hilft mir hoffentlich dabei, dem Sinn des Lebens etwas näher zukommen.
Worauf freut ihr euch heute abend?
Paul: Wir kennen die meisten Bands, die hier spielen, nicht. Mir sagt nur Nada Surf etwas. Die hatten einen großen Hit: "Popular", daran erinnere ich mich.
Lukas: Am meisten freue ich mich trotzdem auf die Musik. Ich mag es, Bands zu sehen, die ich nicht kenne. Solche kleinen Festivals sind super - da kann man immer neue gute Bands entdecken.
Paul: Ja, die Leute kommen her wegen der Musik. Nicht nur, weil sie auf irgendeinem großen Festival dabei sein und trinken wollen. Hier geht's es um die Musik. Nicht jeder wird alle Bands mögen, aber trotzdem behandeln die Leute alle mit Respekt. Das mag ich besonders an solchen kleinen Festivals.
Und nach eurem Auftritt feiert ihr noch ein bisschen?!
Paul: Na, ich denk schon.
Lukas: Wodka...
Paul: Oh nein, nicht schon wieder... (lacht).
Online-Version: http://www.planet-interview.de/index.php?id=770 | © planet-interview.de | Foto: Warp Records / Rough Trade
» Die Bücher sind meine Kinder und die Filme meine Enkel.«
Welt Online 01.04.
Berliner Zeitung 31.03.
Der Tagesspiegel 31.03.
jetzt.de 29.03.
Die Zeit 29.03.
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