Eine Gruppe von Medienaktivisten hat das ARD-Magazin Polylux ausgetrickst - und den Redakteuren einen Fake-Interviewpartner untergejubelt.
Am 10.04. sendete das TV-Magazin Polylux einen Beitrag zum Thema Speed als Alltagsdroge, für den die Redaktion zuvor (offenbar via Internet) Gesprächspartner gesucht hatte. Ein paar Szene-Kenner, die sich den Namen "Kommando Tito von Hardenberg" gegeben haben, fanden die Recherche-Methoden von Polylux aber dermaßen plump, dass sie den Beitrag 'sabotierten': einer der Aktivisten gab sich als Drogenabhängiger aus, der gerade eine Speed-Diät absolvieren würde. Alles frei erfunden, doch ging es über den Sender.
Das Bekennerschreiben folgte nämlich erst danach, und ist nachzulesen im eigens zu diesem Zweck eingerichteten Blog, ja es gibt auf Youtube sogar ein Bekennervideo.
Im Blog heißt es nun: "Der gezeigte Speed-User „Tim“ ist eine Erfindung des Kommandos. Er mag in Wirklichkeit gar kein Speed und macht auch keine „Speed-Diät“." Weiterhin beklagt man sich über schlechte Recherche-Methoden und Ausnutzung von Praktikanten.
Und das Kommando schreibt: "Erschreckend, wie einfach es ist, selbst gewählte Inhalte in Massenmedien zu platzieren und so gesellschaftliche Wirklichkeit werden zu lassen.“
Also, all jenen, die das auch total "erschreckend" finden, sei der Bericht "Kaffeeservice und Bügelbrett" von Arne Nordmann empfohlen, oder auch der ein oder andere Klick ins BILDblog.
Autor: Jakob Buhre
» Man ist nicht jeden Tag gleich gut drauf, aber dreizehn Mal zu proben oder eine andere Szene vorzuziehen, geht meist nicht.«
Besondere Begebenheiten (57) Gute Fragen, Schlechte Fragen (7) Autorisierung & Co (10) Interview-Bücher (9) In eigener Sache (39)
Welt Online 01.04.
Berliner Zeitung 31.03.
Der Tagesspiegel 31.03.
jetzt.de 29.03.
Die Zeit 29.03.
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